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Das Friede Institut für Dialog hat mit Kooperationspartnern am 18. März 2016 sowohl in den Vereinten Nationen in Wien, als auch in New York zwei unterschiedliche Veranstaltungen organisiert- wortwörtlich ,,parallel“, was zwar nicht beabsichtigt gewesen ist, aber angesichts der Tatsache, dass das Institut vorwiegend ehrenamtlich geführt wird, sehr bemerkenswert ist- Während die Veranstaltung in New York im Rahmen der 60. Sitzung der Kommission zum Status der Frau (Commission on the Status of Women) der UN Women (UN Gremium für die Gleichstellung) stattgefunden hat, war der Rahmen hier in Wien die 59. Sitzung der Suchtstoffkommission des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung.

Wieso parallel?

Die Vereinten Nationen motivieren die Zivilgesellschaft für eine aktive Partizipation- das Friede Institut für Dialog ist durch die nun zweijährige Kooperation mit der Journalists and Writers Foundation, die den generellen UN-Konsultativstatus besitzt, involviert in die globale Agenda und versucht durch ihre Bestrebungen einen aktiven Beitrag für die Prozesse des nachhaltigen Friedens in der internationalen Agenda zu leisten. Da die Koordination der Veranstaltungen durch die UN-Gremien selber erfolgt, ist es dazugekommen, dass diese zwei geplanten Veranstaltungen nicht nur an dem gleichen Tag, sondern sogar zu der gleichen Zeit stattgefunden haben. Durch viel ehrenamtliches Engagement und die Unterstützung von Projektpartnern ist diese Organisationshürde aber gut geschafft worden.

,,Das Empowerment von Frauen in entscheidungstragenden Positionen“

Dieses Jahr hat sich die Kommission zum Status der Frau der UN Women zum 60. Mal getroffen. Frauen, Männer, politische EntscheidungsträgerInnen, JournalistInnen, AktivistInnen aus aller Welt sind der Einladung der UN Women, dem UN Gremium für Gleichstellung, gefolgt und diskutieren zwei Wochen lang, aus unterschiedlichen Perspektiven die Probleme der Frauen. Lösungsansätze werden ausgetauscht, Best-Practice-Beispiele vorgestellt. Ein Erfahrungsaustausch auf höchster Ebene.
Das Friede Institut für Dialog hatte im vergangenen Jahr das Projekt ,,She4All“ gemeinsam mit dem deutschen Gymnasium Eringerfeld und dem UNESCO-Gymnasium Brigittenau ins Leben gerufen. Das Projekt ,,She4All“ hatte zum Ziel, die Jugendlichen für die Gendergerechtigkeit zu mobilisieren- mit einem Fokus auf Frauen in entscheidungstragenden Positionen. Die Jugendlichen, die im Rahmen des Projektes die Möglichkeit hatten, sich mit der Arbeit der EU und der UN in Bezug auf Gendergleichheit auseinanderzusetzen, hatten in der Abschlussphase ein gemeinsames ,,Call for Action“ verfasst. Um diese Erfahrung und auch diesen Aufruf der Jugendlichen mit anderen zu teilen und um auf die erschreckende Lage der Frauen in entscheidungstragenden Positionen aufmerksam zu machen, hat das Wiener-Friede Institut für Dialog eine Panel-Diskusson in New York organisiert.
Vortragende waren unter anderem Dr. Sucharipa, die Präsidentin der UN Women Österreich, Prof. Dr. Bayraktar, die Institutsleiterin der Wirtschaftswissenschaften der Süleyman Sah Universität, Dr. Jakala von der Coventry Unuversität und Prof. Dr. Istar Gözaydin, Beiratsvorsitzende des Projektes ,,She4All“.
Moderiert wurde das Ganze von Alexander Kauschanski, dem UN Jugenddelegierten der Bundesrepublik Deutschland.
Mehr als hundert TeilnehmerInnen fanden sich zusammen und haben aktiv an der Diskussion teilgenommen. Im Anschluss an die Veranstaltung haben sich RepräsentantInnen aus Kanada und den USA mit dem Friede-Institut für eine Kooperation in dem She4All-Projekt in Kontakt gesetzt. ,,Es scheint so, dass wir unser Projekt nächstes Jahr auf insgesamt vier Staaten erweitern werden!“, freute sich die Obfrau des Friede Instituts für Dialog, Yasemin Aydin.

,,Illegaler Drogenhandel als eine Terror-Finanzierungsquelle“

Schwerpunkt der Bestrebungen des Friede-Instituts ist dieses Jahr die Bekämpfung des gewalttätigen Extremismus, der zu Terrorismus führt. Das Friede Institut hat eine Jahresreihe mit dem Titel ,,Countering Violent Extremism- A multi-disciplinary approach to increase the prospects for peace“ initiiert. Die Jahresreihe, die in Kooperation mit der Journalists and Writers Foundation stattfindet, möchte in einer Zeit, in der die Welt fast täglich mit Terroranschlägen konfrontiert wird, durch einen multi-disziplinären Ansatz die Akteure zusammenbringen, die Prävention leisten können.
Die erste dieser Veranstaltungen hat sich nun der Thematik der Terror-Finanzierung gewidmet und hat- laut dem Interesse der DiplomatInnen und ExpertInnen in den Vereinten Nationen zu beurteilen- einen sehr wichtigen Nerv getroffen:
Mehr als 90 Teilnehmende haben den Präsentationen der Vortragenden mit sehr großem Interesse zugehört- und dies, obwohl es Freitag Nachmittag gewesen ist.
Die erste Vortragende war Dr. Radha Iyengar von der Rand Corporation, eine Think-Tank, die die Streitkräfte der USA berät. Dr. Iyengar, eine Ökonomin, die unter anderem im Weißen Haus gedient hat, hat einen Vortrag zu den unterschiedlichen Ansätzen der Unterminierung der Finanzierungsquellen für den Terror berichtet. Dr. Iyengar machte klar, dass die Terrorgruppen mittlerweile nicht nur zentral organisiert sind, sondern viel mehr dezentrale Organisationsstrukturen beginnen, was die Bekämpfung der Finanzierungsquellen nicht erleichtert: Lösungsansätze seien daher sehr ambivalent.
Die zweite Vortragende war die renommierte Journalistin Dr. Loretta Napoleoni, die als Eine der Ersten Terroristen in den 90er Jahren interviewt hat. Als Expertin für Terror-Finanzierung und Geldwäscherei berät sie sowohl nationale Regierungen, als auch internationale Organisationen. Dr. Loretta Napoleoni, die die Vorsitzende der ,,Bekämpfungsgruppe des gewalttätigen Extremismus“ des Club de Madrid, hat sie es unter anderem verstanden, Regierungschefs aus ganzer Welt zusammenzubringen und in Bezug auf diese Thematik zu arbeiten. Dr. Napoleoni machte in ihrem sehr impressiven Vortrag deutlich, dass solange die sozialen und politischen Umstände in einem Staat nicht stabil sind, sowohl der illegale Drogenhandel, als auch der Terror sehr schnell Fuß fassen können. Laut Napoleoni sind ,,Drogenhandel und Terror beste Freunde“.
Der dritte Vortragende war Philip Divett, Officer der Abteilung für Terrorismus-Prävention der Vereinten Nationen für Drogen und Kriminalität. Er gab eine Übersicht über die Arbeit der Vereinten Nationen und machte darauf aufmerksam, dass ,,man ein Team nur mit einem Team“ besiegen kann und dass sowohl die zwischenstaatliche, als auch die zivilgesellschaftliche Kooperation eine existenzielle Wichtigkeit im Kampf gegen den Terror besitzt.

Die Veranstaltungen, die in den Vereinten Nationen in Wien stattfand, nahm nach einer sehr aktiven offenen Diskussionsrunde sein Ende.
Die nächste Veranstaltung wird im Mai stattfinden, in der die ,,Dynamiken der Radikalisierung“ thematisiert werden.

 

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