Das Friede Institut für Dialog ist eine seit 2002 in Wien ansässige Einrichtung, die sich für den interreligiösen und interkulturellen Dialog einsetzt. Als ein unparteiisch und gemeinnützig organisierter Verein, dessen Tätigkeiten sich auf das gesamte Bundesgebiet erstrecken, besitzt das Friede-Insitut seit seiner Gründung Mitglieder von unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Die meisten unserer MitarbeiterInnen sind ehrenamtlich tätig.

Als eine Einrichtung, die inspiriert ist von Fethullah Gülen, arbeiten wir mit zahlreichen Einrichtungen, die unserem Anliegen, dem Frieden, entsprechend handeln, jederzeit gerne zusammen und sind in Kooperation mit anderen Einrichtungen, die in der ,,Hizmet“ (dt. Dienst) – Bewegung aktiv sind.

Die Ursprünge der Hizmet-Bewegung

Der Begriff „Hizmet“ (übersetzt als „Dienst“) bezeichnet inzwischen eine global aktive Gemeinschaft von Personen, die sich sozial engagieren. Ein Engagement für das Gemeinwohl der Gesellschaft; eine Dienstethik, die sich der friedvollen Koexistenz der Menschheit verschrieben hat.

„Hizmet“ als eine spezifische Form gesellschaftlichen Engagements entstand in den 70er Jahren in der Türkei. Infolge des Militärputsches von 1971 war das damalige politische Klima gegenüber weiten Teilen der Bevölkerung sowie vielfältigen Meinungen und Lebensmodellen repressiv. Die Türkei war geprägt von sozialer Ungleichheit. Insbesondere im Osten der Türkei waren die Lebensstandards der Menschen sehr niedrig.

Der Prediger Fethullah Gülen, der die Probleme der Gesellschaft als Unwissenheit, Armut und Zwietracht identifizierte, forderte die Menschen auf, durch Schaffung von Bildungsräumen diesen Problemen entgegenzuwirken.

Vor diesem Hintergrund entstand Hizmet als Engagement von einzelnen Menschen vor Ort, mit dem Ziel, die Versorgungslücken zu schließen und bessere Lebensbedingungen für die Menschen zu erreichen.

Mit der Zeit entwickelte sich Hizmet zu einer immer breiteren gesellschaftlichen Initiative. Türkische Emigranten, die von den Ideen Hizmets inspiriert waren, trugen diese in ihre neue Heimat und setzten ihr Engagement dort fort.

Im Mittelpunkt des Engagements von Hizmet stehen:

  • ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle einer solidarischen und auf Nächstenliebe ausgerichteten Gesellschaft,
  • die Förderung von Bildung als Mittel zur vollen persönlichen Entfaltung und Entwicklung eines angemessenen Lebensstandards sowie
  • der Einsatz für interkulturellen und interreligiösen Dialog für ein friedliches und gemeinschaftliches Miteinander.

Basis der Ideen Hizmets sind universelle Werte wie Toleranz, Chancengerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe, demokratische Grundrechte, Meinungsfreiheit sowie Gleichstellung von Mann und Frau. Auch wenn Hizmet historisch betrachtet seinen Ursprung im sunnitischen Islam hat, ist es keine religiöse Bewegung: Hizmet steht allen Menschen offen – unabhängig davon, ob und welcher Religion sie angehören.