Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der Jahresreihe ,,2015-Soziale Gerechtigkeit“ fand am 13. Februar 2015 im Stephanisaal ein Vortrag der ehemaligen deutschen Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rita Süssmuth zum Thema „Religion und Politik“ statt. Der Vortrag wurde in Kooperation mit dem Masterlehrgang „Religion-Kultur-Spiritualität“ der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien/Krems veranstaltet.


Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Langer, dem Koordinator des Masterlehrgangs, der betonte, dass die Anliegen Gülens, auch ihre Anliegen darstellen würden und bedankte sich für die Partnerschaft mit dem Friede-Institut für Dialog und der Journalists and Writers Foundation. Der Vizerektor der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Dr. Weissenbäcker begrüßte ebenfalls die KeyNote-Speakerin Prof. Dr. Süssmuth und machte darauf aufmerksam, dass diese Veranstaltung gleichzeitig die Abschlussveranstaltung des in dieser Form einzigartigen Masterlehrgangs ,,Religion-Kultur-Spiritualität“ ist.

In ihrem Vortrag zeichnete Rita Süssmuth das Verhältnis zwischen Politik und Religion in der Europäischen Union und deutete auf eine neutrale und distanzierte Haltung hin. Die ehemalige Bundestagspräsidentin, die auch die Vizepräsidentin der OSZE gewesen ist, sieht viel Handlungsbedarf in den Beziehungen zwischen Politik und Religion, um den internationalen Konflikten entgegenzuwirken. Eine Verdrängung der Religion aus der Öffentlichkeit schließt Süssmuth aus und fordert vielmehr deren zentrale Stellung. In Zeiten von IS und Pegida hält sie den Dialog zwischen Religionen und Kulturen sehr essenziell, insbesondere zur gemeinsamen Lösung von Problemen. Sie betonte, dass in Zeiten wie diesen Menschen, die den Mut zum Dialog haben, zu beglückwünschen sind. In diesem Kontext nahm sie auch zu den aktuellen politischen Situationen in der Türkei Stellung und verdeutlichte, dass die Auseinandersetzung um die Hizmet-Bewegung die Bekämpfung einer Friedensbewegung ist und auf Hass basiert. Des Weiteren betonte die ehemalige Politikerin, dass im interkulturellen und interreligiösen Dialog die klärende Debatte um Missverständnisse zwingend notwendig ist und diese erst das Zusammenleben ermöglicht. Dieses vielfältige Miteinander Wollen sei das Ergebnis des Dialogs, des Miteinanderlebens.

Im Anschluss des Vortrages kam es zu einer anregenden Frage-und Antwortrunde, die die Teilnehmenden dazu genutzt haben, ihre Fragen an Prof. Süssmuth zu stellen.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Jahresreihe ,,Soziale Gerechtigkeit“ findet am 16. März 2015 in der UNO-City statt.