16. Oktober 2014, Landesverteidigungsakademie Wien

Am 16. Oktober fand anlässlich des 100 Jahre Beginn des Ersten Weltkrieges eine Enquete zum Thema “Kirche und Religionsgemeinschaften im Ersten Weltkrieg” in Landesverteidigungsakademie statt. Die Veranstalter waren das Friede-Institut für Dialog, das Institut für Religion und Frieden, das Forum für Weltreligionen und die Journalists and Writers Foundation. Neben zahlreiche Militärseelsorger aus verschiedenen europäischen Ländern sowie aus Ekuador und USA nahmen auch Schüler und Schülerinnen des Militärgymnasiums Wien an der Veranstaltung teil.


In der Einleitungsrede wurde durch den Leiter des Instituts für Religion und Frieden Bischofsvikar Msgr. Dr. Freistetter gehalten und begann mit einer Begrüßung der Teilnehmer aus dem Ausland sowie die Obfrau des Partnerinstituts Friede Yasemin Aydin und dem Obmann Dr. Ismail Tokmak. Anschließend hielt Dr. Patrick J. Houlihan zum Thema “Religon und Kultur des Krieges” einen Vortrag und erläuterte die Spuren des Ersten Weltkrieges und die Folgen für die beteiligten Länder. Der Direktor des Bildungshauses Schloss Puchbergs Dr. Wilhelm Achleitner präsentierte die Kriegstheologie der österreichischen Bischöfe im Ersten Weltkrieg und betonte im Verweis auf den Papst Franziskus I., dass es ein Krieg im Namen Gottes nicht existiert und betonte die Relavanz der Dogmatisierung dieses Themas. Mustafa Akyol – der freie Journalist für Hürriyet Daily News, Al-Monitor und The International New York Times – beleuchtete das Geschehen aus der Perspektive des Osmanischen Reiches. In seiner Rede “Positionen der Religionsgemeinschaften im Ersten Weltkrieg im Osmanischen Reich – Ein historischer Einblick in die zeitgenössische Religionspluralismus der Türkei” unterstreicht er, dass die Grundlagen des aktuellen Konflikts im Nahen Osten auf Nachkriegszeit zurückgeht und eine Basis für radikal-islamistische Gruppen und Randgruppen darstellt.

In dem Vortrag “Die Militärseelsorge im Ersten Welkrieg” von der Leiterin der Heeresgeschichtlichen Museum Dr. Claudia Reichl-Ham wurde auf das multi-religiöse Struktur des Heeres der Österreich-Ungarn Monarchie eingegangen und die praktizierten Rituale der religiösen Gemeinschaften anhand von visuellen Materialien präsentiert. In Ergänzung dazu rief sie in Erinnerung, dass das Islamgesetz, welche in Österreich anerkannt ist, auf die Kriegsjahre 1912 zurückgeht. “Seelsorge im ersten Weltkrieg am Beispiel der Kriegsgefangenen in Österreich-Ungarn” von Dr.Julia Walleczek-Fritz – Mitglied der Forum Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg – umfasste unter Anderem, dass das freie Praktizieren der Religion für Gefangene, deren Zahl sich auf 8-9 Milionen belief, ein Anstreben für die Monarchie war. Die Umsetztung erfolgte nicht wie sie theoretisch geplant war. Dennoch existierte eine allgemeine Religionsfreiheit unter der Bedingung der Einhaltung der Militärregeln.

Im Abschluss der Tagung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit ihre Fragen mit den Vortragenden zu diskutieren.